Das Weltkulturerbe der Psychonautik
Bei genauer Betrachtung der Gegebenheiten ist festzustellen, dass immer mehr Menschen durch die wachsenden Auswirkungen des illegalen Drogenhandels sowie der Politik, welche diesen zu kontrollieren versucht, beunruhigt sind. Die globale Entwicklung zeigt, dass der von der von den Vereinten Nationen eingeschlagene Weg zur Drogenkontrolle gescheitert ist. Die Vereinten Nationen sind aufgerufen, folgende Überlegungen und die daraus abgeleiteten Vorschläge in Erwägung zu ziehen.
Es wird festgestellt:- dass in den meisten Ländern versucht wird, die internationalen UNO-Drogenkonventionen von 1961, 1971 und 1988 zur Drogenkontrolle voll anzuwenden;
- dass diese Versuche sich als erfolglos erwiesen haben, was das Unterbinden des illegalen Drogenhandels betrifft;
- dass diese Versuche nicht selten zu einer Zunahme des Drogenhandels führen;
- dass diese Versuche schädliche und kontraproduktive Auswirkungen haben;
- dass die schwächsten Glieder der Drogenhandelskette (die Drogenkonsumenten, Kleinkuriere und die ländliche Bevölkerung in Zonen mit illegalen Anpflanzungen) unverhältnismäßig stark unter den negativen Konsequenzen von Drogenkontrollmaßnahmen zu leiden haben.
- Verletzung der grundlegenden Menschenrechte der schwächsten Glieder der Drogenhandelskette (ökonomische, politische, kulturelle Rechte und das Recht auf Gesundheit);
- Manipulation von Informationen durch Organisationen der Vereinten Nationen wie die Weltgesundheitsorganisation, die durch einzelne Mitglieder hierzu genötigt wurde;
- Verletzung der nationalen Souveränität von Vertragsländern der UNO-Konventionen und ganz speziell der sogenannten drogenproduzierenden Länder;
- Zerrüttung des Rechtsstaates durch die Zunahme von Willkür und Korruption und durch die Schaffung von nationalen und internationalen Kontrollorganen, welche der demokratischen Kontrolle entrinnen;
- Das Verschwenden von Geldern für die Repression. Diese Gelder würden besser eingesetzt für zweckmäßige Aufklärungs-, Präventions-, Schadenminimierungs- und Therapieprogramme.
Aus diesem Grund sind diese Drogenkontrollmaßnahmen als ineffizient und nutzlos zu klassifizieren, da sie ein großes Hindernis zur Einführung von neuen Strategien, um das Problem sowohl auf globaler wie auf lokaler Ebene anzugehen, darstellen. Es ist zu befürchten, dass die Verstärkung der aktuellen Politik zu einer Verschlechterung der Drogensituation beiträgt und zunehmend die Glaubwürdigkeit dieser Politik in der breiten Öffentlichkeit im allgemeinen schwindet.
Drogenpolitik muss sich den Prinzipien einer guten Regierungsführung unterordnen, wie sie in den universalen Menschenrechtserklärungen, in der Konvention über Biodiversität und in anderen internationalen Abkommen zugrunde gelegt sind. Insbesondere sind die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Rechte sowie das Recht auf kulturelle Vielfalt für alle Individuen zu garantieren. Deshalb wird hier den Regierungen der Welt vorgeschlagen, die Vereinten Nationen dazu aufzufordern, das Politikfeld »Drogenkontrolle« respektive »Umgang mit psychotrop wirkenden Substanzen« der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Suchtstoffkommission (UNODC) zu entziehen und der Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) anzuvertrauen.
Weiterführende Informationen
Der oben angeschnittene Text stammt aus dem Buch "25 Jahre Nachtschatten: Das Weltkulturerbe der Psychonautik" und ist unter folgenem Link in Volltext abrufbar:
- 25 Jahre Nachtschatten: Das Weltkulturerbe der Psychonautik, Hans Cousto. Als Buch erschienen: Psychonautik, Hedonismus und Ekstase - 25 berauschende Jahre, Festschrift zum Jubiläum des Nachtschatten Verlags, broschiert, 128 Seiten, ISBN 3-03788-199-2 (ISBN-13: 978-3-03788-199-6), lieferbar
Video: Partykultur und Psychonautik - Ein Weltkulturerbe
Das Medienprojekt PSI-TV präsentiert eine Dokumentation des Referats von Hans Cousto auf dem zweiten Weltkongress der Hedonistischen Internationale "Partykultur und Psychonautik - Ein Weltkulturerbe" Aufgenommen am 11.6.2011 in Riebau:
Die Riten der Partykultur und der Psychonautik sind ein immaterielles Kulturerbe. Die Lebensfähigkeit dieser Riten kann nur gewährleistet werden, wenn es für die Zelebrierung dieser Riten geschützte Räume gibt. Diese Gewährleistung ist heute nicht gegeben, da in den allermeisten Staaten dieser Welt der Umgang mit psychotrop wirkenden Substanzen strafrechtlich verfolgt wird und Orte, wo diese Riten zelebriert werden, nicht selten von der Polizei heimgesucht werden. Ursache hierfür ist die Tatsache, dass die Naturwissenschaft, insbesondere die Medizin, derzeit bewusstseinserweiternde Erfahrungen als rein subjektive Erfahrungen einstuft. Bewusstseinserweiternde Erfahrungen sind noch nicht einer allgemein anerkannten wissenschaftlichen Untersuchung zugänglich und über ihren Erlebniswert hinaus haben sie für Schulmediziner keine objektiv diskutierbare Bedeutung.
Psychonautik als Teil der Bewusstseinskultur betrifft bei weitem nicht nur die Partykultur oder den hedonistischen Gebrauch psychotrop wirkender Substanzen, sondern vor allem den Gebrauch dieser Substanzen im Rahmen religiöser Riten und im Rahmen des Gesundheitswesens zur Erhaltung und Wiederherstellung von physischer und psychischer Gesundheit. Der Wissenschaft steht hiermit ein großes Betätigungsfeld offen. Und für Politiker stehen somit vielfältige Varianten zur Verfügung, psychonautische Riten für das immaterielle Weltkulturerbe vorzuschlagen.
Weblinks
An dieser Stelle einige weiterführende Weblinks:
- UNESCOs experience on Drugs Use and HIV Education, Sprecher Mehboob Dada, Caritas Drug Conference
- Hanfparade: Cannabis ist Weltkultur; Die traditionsreiche Demonstration fand am 7.8.2010 statt und wollte mit der Veranstaltung das Wissen um die Kulturpflanze Hanf und ihre Nutzung als Rohstoff, Genussmittel und Medizin wieder in den Mittelpunkt der politischen Diskussion stellen.
- Video: Medienprojekt PSI-TV: Cannabis ist (Welt) Kultur; Sprecher Hans Cousto
- DrogenGenussKultur - Wer eine ausgereifte GenußKultur entwickelt hat, der ist auch reif für einen sinnlichen oder sinnvollen DrogenGenuß. Menschen, die fähig sind, den Genuß ihrer Drogen zu kultivieren, werden durch ihren DrogenGenuß wie auch durch ihre GenußKultur bereichert, Menschen, die dazu nicht fähig sind, laufen Gefahr, durch ihren Drogenkonsum und ihrer Konsumkultur früher oder später zunehmend an Lebensqualität einzubüßen.
Pressespiegel
- Hanf Journal: Kannabis ist Cultur, Das Verbot psychoaktiver Substanzen ist Scheinheiligkeit in Reinkultur.
- Junfrau Zeitung: Irgendwann kommen sie wieder..., 8.9.2009
- Cafe der Verlage: Hans Cousto: Weshalb Drogenpolitik sich den Prinzipien einer guten Regierungsführung unterzuordnen hat, September 2009
Untergeordnete Weblinks
- Heise: Gepflegte Saufgelage: Platon und die antike Drogenkultur, Jörg Auf dem Hövel 28.04.2010